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Ein Jubiläum, eine Festschrift: die "Frënn vun der Festungsgeschicht Lëtzebuerg" ziehen Bilanz
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| Ein Jubiläum, eine Festschrift: die "Frënn vun der Festungsgeschicht Lëtzebuerg" ziehen Bilanz |
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| Published by Kleeblatt Patrick | |
| Tuesday, 29 April 2008 | |
Mit einer umfangreichen Publikation weist ein Geschichtsverein auf die Festungsstadt Luxemburg und ähnliche Bauwerke in der Großregion hinEinfach nur auf ein Buch hinweisen, weil man dem Glauben verfallen ist es sei ein "gutes" oder gar ein "großes" Werk, das konnten wir in der Redaktion nicht umsetzen. So wurde es mehrheitlich gelesen und bewertet… und nun dürfen wir behaupten diese "Festschrift" ist ein gar… aber dazu später.Am 19 April wurde im großen Sitzungssaal des hauptstädtischen Rathauses, sozusagen im Freundeskreise, die Festschrift der "Frënn vun der Festungsgeschicht Lëtzebuerg" vorgestellt. Lydie Polfer, Kulturschöffin der Stadt Luxemburg hatte sichtlich nicht nur die Ehre, sondern auch die Freude, der FFGL zum diesem gelungenen Werk zu gratulieren und wies zugleich auf die gute Zusammenarbeit zwischen den Autoren und den zuständigen Behörden hin. Es sei eine exzellente Initiative ergriffen worden, die im eigentlichen Sinne auch auf die beispielhafte Vorgehensweise des Vereins, der nunmehr 15 Jahre aktiv ist, hinzuweisen versteht. So zeigt das Buch Grundlagen auf, die verständlich machen, warum die Festung "Luxemburg" für die nationale Geschichte derart von Bedeutung ist und macht deutlich dass es das Großherzogtum wie wir es kennen nicht geben würde. Eine Tatsache die jedem verdeutlicht werden soll, insbesondere der Jugend. Im Vereinsmuseum sind bereits seit Jahren die Modelle der Festung ausgestellt, anhand welcher die Entwicklung, einerseits eben dieser Festung, andererseits die Entwicklung der Hauptstadt nach der "Demontage" anschaulich fürs Publikum erklärt wird. So kann die Hauptstadt stolz auf den Verein sein, dessen Arbeit sowohl pädagogisch wertvoll als auch von historischer Bedeutung ist. FFGL-Präsident Robert Wagner erinnert sich in seiner Ansprache an die erste Zusammenkunft auf dem "Knuedler" vor nunmehr 15 Jahren, wo die Gründungsmitglieder sich zu einem Kolloquium mit Hochdotierten Experten aus dem Ausland eingefunden hatten. Nun zum 15. Jubiläum endlich ein Buch, welches weit mehr ist als die Darlegung der Bilanz von 15 Jahren Geschichtsforschung. Es weist daraufhin wer was, wie gemacht hat, im Guten wie im schlechten Sinne, ist aber zugleich auch richtungweisend auf das was noch zu tun und zu unterlassen ist. Die FFGL ist am 2. Juni 1992 zur "asbl" geworden und hat sich als Verein behaupten können. Es kann und sollte gar von einem gemeinnützigen Verein gesprochen werden, der sich auch einen Namen im Ausland gemacht hat. Der Einsatz der FFGL für das "Fort Thüngen" und das "Fort Lambert", die erhalten wurden und in das heutige Stadtbild eingegliedert werden konnten, sind nur ein Beispiel. Sie werden generell von den Nachbarn aus der Großregion für derartige "Erhaltungskämpfe" beneidet. Die FFGL unterstreicht ihre Gemeinnützigkeit auch dadurch, dass sie Führungen veranstaltet, die im Jahresdurchschnitt von bis zu 6.000 Interessenten beansprucht werden. Während diesen Führungen wird vieles aufgezeigt, darunter so manches was man nicht zu sehen vermag. Das macht es auch für den "Inlandtouristen" besonders wertvoll, der sicherlich nicht alle skurrilen Ecken und Geschichten des Landes kennen kann. Der Präsident hat aber auch darauf hingewiesen, dass die Großregion allgemein über ein großes Reservoir an Festungsbeispielen verfügt, was in dieser Form einzigartig auf der Welt ist. Auch dieser Punkt wird eingehend im Buch behandelt. Dennoch versteht sich das Buch auch als "Bilanz" von 15 Jahren Geschichtsarbeit. Es sollen Ideen vermittelt werden, wie die Zukunft gemeinsamer "Überbleibsel" behandelt und der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können. So muss beispielsweise bedacht werden, dass das Fort Lambert, das eigentlich einem unterirdischen Parkplatz hätte weichen sollen, dann doch noch dank einer urbanistischen Hochleistung ins Stadtbild eingefügt wurde, ein Höhepunkt der Militärgeschichte darstellt. Robert Wagner hat es natürlich verstanden, allen Autoren und sonstigen Mitwirkenden für die Leistungen zu danken, ohne die eine derartige Publikation unmöglich gewesen wäre. Ein Dank, der sich auch an die vielen Spender, Träger, Sponsoren, Besucher und teilhabenden Behörden richtet, wohl auch an die Politiker, die letztendlich den Erhalt und die hiermit verbundenen Restaurierungsarbeiten gegenüber der Volksgemeinschaft zu Verantworten haben. Das Buch… wohl dem der ein solches sein eigen nennen darf! Drei Hauptkapitel begreift diese "Festschrift" die eigentlich eher ein Geschichtsführer ist und, soviel darf vorweggenommen werden, auch seinen Platz im Unterricht verdient hätte. So hält auch die Staatssekretärin für Kultur, Hochschulwesen und Forschung in ihrem Vorwort fest: "Unter allen berühmten Festungsstädten ist Luxemburg nicht die unbedeutsamste, ganz im Gegenteil: Natur und Architektur haben hier in Luxemburg zusammengewirkt, um ein einmaliges Gesamtkunstwerk zu schaffen, das damals wie heute einen tiefen Eindruck bei jedem hinterlässt." Weiter führt Octavie Modert an: "Bei unseren nationalgeschichtlichen Schlüsseldaten "1815", "1839" und "1867" stellt die Festung jedes Mal einen der Hauptgründe der Unabhängig- und Eigenständigkeit unseres Landes dar."Dieses dürfte unbestritten bleiben und der Bürgermeister Paul Helminger will in seinem Vorwort auch die Bedeutung der asbl "Frënn vun der Festungsgeschicht Lëtzebuerg" hervorheben. "Mit euren Sensibilisierungs-Aktionen in der breiten Öffentlichkeit zugunsten des historischen Charmes der Stadt sowie den Festungsgebäuden, hat sich die Vereinigung aktiv für den Erhalt der Festung eingesetzt die, mit ihren Relikten, ins Inventar des Weltkulturerbe der UNESCO 1994 aufgenommen wurde." Dem darf und muss man so zustimmen, denn die Festung "Lëtzebuerg" ist weit mehr als "nur" Nationalgeschichte, sie war und ist der Garant unserer nationalen Identität. Ein "Stolperstein" in der Geschichte, wo viele kamen und gleich viele wieder von dannen gingen… Im ersten Kapitel wird sich dem Kulturtourismus zugewandt. Dr. Anja Reichert (Universität Trier) hat eine Impaktstudie über die Großregion und dessen Festungen gemacht, wobei Isabelle Yegles-Becker, sich der belgischen "Province de Luxembourg" angenommen hat, die nicht in die Studie eingeflossen war. Dr. Robert L. Philipart (Direktor des Nationalen Tourismus Büros – ONT) und Guy Thewes (Konservator am Hauptstädtischen Geschichtsmuseums) haben in diesem Kapitel gleichfalls wertvolle Analysen beigetragen. So erfährt der interessierte Leser, dass diese "Großregion" nach Anno 843 der Spielball europäischer Staaten gewesen ist, was zahlreiche Kriege und Grenzverschiebungen nach sich zog. Eine Tatsache die die Kulturlandschaft dieses "Raumes" geprägt hat und zugleich vielfältige Chancen für Erhalt und Folgenutzung bietet. Dr. Anja Reichert notiert: "Bastionäre Festungen strahlen als barocke Architekturleistungen eine ansprechende, positive Wirkung aus…" und weiter "Die Kasematten der Festungsstädte eignen sich mit ihren heimeligen Gewölben insbesondere für Gastronomieeinrichtungen. Kasernen, Magazine und Hospitäler können kulturellen Nutzungen zugeführt werden…" Während man die Beurteilung der Architekturleistung dem Betrachter überlassen muss, so darf doch, was den Nutzen betrifft, darauf hingewiesen werden dass sich dieses sowohl in der Ober- als auch in Unterstadt bestätigen lässt. Das Ambiente in den Gastronomiegewerben unserer Hauptstadt, die einen solchen "Ort" bezogen haben ist einmalig und zuweilen stimmt auch das Angebot. Zu den Meistbesuchten Festungsstandorten gehört eindeutig die Stadt Luxemburg mit ihren Bockkasematten und Petrußkasematten die besucherzahltechnisch gleich hinter der unterirdischen Zitadelle von Verdun und dem Fort Douaumont (Zeitzeugen des ersten Weltkrieges NdR) zu nennen sind. Es wird im Buch denn auch darauf hingewiesen, dass Strategien zur Imageverbesserung angebracht sind und insbesondere eine Vernetzung aller Standorte de Großregion zu einem neuen Aufschwung beitragen kann. Der Einsatz moderner Medien, ausgefallene Führungen und Technik zum Anfassen, sollten mehr Bedeutung erhalten. "…die Ansprache aller Sinne und Integration von Abenteuer und Gruseleffekten (ist) durchaus sinnvoll" so Dr. Anja Reichert. Isabelle Yegles-Becker hat sich dem "Erbe" der belgischen "Province du Lxembourg" angenommen, wo der "Maréchal de Vauban", dessen Name in Luxemburg jedes Kind kennt und als "der" Militärarchitekt der europäischen Geschichte gelten darf, gleichfalls für unzählige Forts und Festungen verantwortlich zeichnet. Dr. Robert L. Philipart widmet sein Beitrag der Auffindung einer neuen Identität nach 1867, Jahr wo die deutsche Garnison "gehen" durfte und die Festung entmilitarisiert wird. Er stellt fest, dass im Gegensatz zu anderen Hauptstädten, der Staat das Geschehen der Festungsstadt dirigierte und die Militärbrachen nicht in die Hände einiger Privatiers, respektive Unternehmen, übergehen ließ. Was an "Immobilie" übertragen wurde, war mit eingehenden Pflichten verbunden. Es wurde gar eine eigens zum Erhalt wichtiger Bauten, eine Regierungskommission einberufen. Der Staat, die Stadt, die Handelskammer, das Militär und einige Ingenieure wurden in das Projekt eingebunden. "Jedes Gebäude das zu nicht militärischen Zwecken genutzt werden konnte, wurde erhalten sofern es die Schaffung neuer, für die Ökonomie wichtigen Handelswege, nicht behinderte." so ein Textauszug. Bis 1927 hat die Festung allerdings kein touristisches Interesse geweckt, wie Dr. Robert L. Philipart feststellt. Ein gewisser Jean-Pierre Koltz hat erst ab 1933 richtig mit der touristischen Sensibilisierung angefangen und anfangs alleine Führungen veranstaltet, ehe er einen Führungsdienst beim Fremdenverkehrsamt eingeführt hatte. Ein Mann auf den auch Guy Thewes eingeht und gar mehrere Seiten widmet. Der Museumskonservator weist auch auf den Wert, insbesondere der Kasematten, hin den es zu erhalten gilt. Guy Thewes stellt denn auch zu Recht klar, dass die FFGL sich als würdig erwiesen hat, die Arbeit von Jean-Pierre Koltz weiterzuführen und auszubauen. Wenn auch die Besucherzahlen ihren derzeitigen Höhepunkt zu beginn der 90er hatten und derzeit mit jährlich etwas über 100.000 stagnieren, so bleiben die Kasematten dennoch einer der touristischen Hauptzentren des Landes. Zahlen indes die einige Anregungen von Dr. Anja Reichert unterstreichen und erwiesenermaßen auf den ökonomischen Wert dieses Kulturerbes hinweisen. Im zweiten Kapitel "Militärarchitektur: Zerstörung, Umnutzung oder Aufwertung?" gehen die Autoren René Elter, Michel Gretsch und René Reiter auf die Geschichte der Festung ein. Eine insgesamt fesselnde Lektüre, die Passagenweise auch ein Schmunzeln erlaubt. Isabelle Yegles-Becker hat sich der Baugeschichte der "Bastion Louis" und gemeinsam mit Robert Wagner dem "Fort Lambert" angenommen. Philippe Belin, Philippe Simon, Dr. Patrick Dondelinger und André Bruns machen deutlich, weshalb "Fangeren ewech vun den 3 Eechelen". Erst das dritte Kapitel – und es ist das kürzeste – behandelt die Vereinsgeschichte. Ein Verein der bisher drei Präsidenten gekannt hat, wobei die ersten auch weiterhin der FFGL treu geblieben sind und mit Ihren Beiträgen der "Festschrift" eine besondere Note verleihen. Robert Wagner, der ja bereits mit seinem "Steckenpferd" dem Fort Lambert auf die Festung eingegangen ist widmet sich in diesem Kapitel der Vereinschronik. Roger Lugen, Ehrenpräsident der FFGL trägt mit seiner Geschichtsnotiz: "Gibraltar des Nordens" einen höchst wertvollen pädagogischen Beitrag. Ein Beitrag der sich bestimmt einen Platz in den Schulbüchern, Sparte "Geschichte" mehr als verdient hätte, zumal hier keine Langweile aufkommen will. André Bruns, der Vorgänger des derzeitigen Präsidenten, geht in seiner Funktion als Bibliothekar der Vereinigung auf die Publikationen ein. Man kann nur erstaunt sein wie viel Material die FFGL sammeln konnte und sicherlich noch wird. Ein Eldorado, nicht nur für Geschichtsstudenten oder Doktoranden… Das Buch (ISBN 978-291989600-4) ist erhältlich:
Konto FFGL: CCPL IBAN LU19 1111 0186 0376 0000 Führungen:Kontakt: Herr Celestin Kremer – Telefon und Telefax (+352) 804622 / Mobiltelefon (+352) 691 804622 oder via E-Mail an This e-mail address is being protected from spam bots, you need JavaScript enabled to view itViele Informationen und Fotos zu den einzelnen Forts und Bastionen finden sie auf der Internetseite der "Frënn vun der Festungsgeschicht Lëtzebuerg" unter www.ffgl.lu |
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Drei Hauptkapitel begreift diese "Festschrift" die eigentlich eher ein Geschichtsführer ist und, soviel darf vorweggenommen werden, auch seinen Platz im Unterricht verdient hätte. So hält auch die Staatssekretärin für Kultur, Hochschulwesen und Forschung in ihrem Vorwort fest: "Unter allen berühmten Festungsstädten ist Luxemburg nicht die unbedeutsamste, ganz im Gegenteil: Natur und Architektur haben hier in Luxemburg zusammengewirkt, um ein einmaliges Gesamtkunstwerk zu schaffen, das damals wie heute einen tiefen Eindruck bei jedem hinterlässt." Weiter führt Octavie Modert an: "Bei unseren nationalgeschichtlichen Schlüsseldaten "1815", "1839" und "1867" stellt die Festung jedes Mal einen der Hauptgründe der Unabhängig- und Eigenständigkeit unseres Landes dar."